Kochen als Paar - Mann und Frau und der Kampf um Klischees

 Was gibt es langweiligeres als Geschlechter-Klischees? Männer trinken Bier, Frauen Prosecco? Frauen stehen auf Gemüse, Männer wollen Fleisch? Frauen dekorieren ihre Küche, Männer investieren in teures Kochequipment? Alles fad und mir viel zu einfach. Der Genussmensch an meiner Seite trinkt unheimlich gern Aperol Spritz, ich wünsche mir von ihm als Geburtstagsessen immer Steak und unterstütze ihn vollumfänglich bei seinen Investitionen in gute Messer, während ich neue Kochbücher an den Stellen platziere, die andere für Deko-Equipment nutzen würden. Nur beim Thema Sushi sind wir vorhersehbar: Ich kann nicht genug davon bekommen, er verzichtet gern.

Rollenspiele

In der Küche zeigt sich wie unter einem Brennglas, welche Dynamik zwischen einem kochenden Paar auch in anderen Bereichen des Lebens herrscht. Und ich finde, dem kann Mann und Frau sich auch mal bewusst werden. Wer ist Chefkoch oder Chefköchin? Wer der ständig Zwiebeln schneidende Assistierende? Wer räumt auf, wer stellt alles voll? Wie ordentlich, gewissenhaft und vor allem selbständig agiert er oder sie am Herd? Ich wusste nach einer Kochsession mit dem Genussmenschen an meiner Seite, dass er nur noch meinem Knoblauch-Spezialtest unterzogen werden muss (siehe die Folge "Küss mich!") und dann geht´s ab zum Standesamt.. Und bis heute, fast zehn Jahre nach dem Standesamttermin, harmonieren wir als Team gut in der Küche. Wobei wir neulich dabei ziemlich klischeehaft waren.

Kohlrabipfanne mit Äpfeln und Zwiebeln 

Ich hatte Hunger, wir hatten Äpfel und Kohlrabi und ich wollte einen Salat. Mein Genussmensch wollte Dinge braten. So entstand folgendes, unheimlich einfaches und leckeres Rezept, das wir gemeinsam entwickelt haben (die Mengen beziehen sich auf zwei Personen)

1 säuerlicher Apfel, 1 rote Zwiebel und 3 dicke Scheiben Kohlrabi würfeln und in einer Pfanne in Butterschmalz kurz anbraten. Mit Puderzucker zum karamellisieren bestäuben, je 1 TL Honig und Senf einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig. 

Schmeckt pur, zu gebratener Leber und zu selbst gemachtem Burger. 




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