Team Koriander
Essen polarisiert. Ich halte Rosinen in 99 % aller Fälle für absolut überflüssig. Nur wenn eine Spezialität aus dem Mittleren Osten vor mir steht und die Trockenfrüchte entsprechend gewürzt und eingelegt sind, mache ich eine Ausnahme und vergesse ganz kurz meine Abneigung. Noch dogmatischer bin ich bei Frühstückseiern. Weichgekochte Eier gehen gar nicht! Rohe Eier dagegen esse ich mit einer großen Vorliebe, die mein Umfeld regelmäßig selbst dogmatisch bis abweisend werden lässt. Man sieht, jeder Mensch hat seine ganz besondere Nahrungsmittelagenda, die durch Vorliebe oder durch Unverträglichkeiten entstanden ist. Und mich immer wieder verwundert zurücklässt, wenn ich Menschen treffe, die so köstliche Sachen wie Trüffel, Milchreis oder weiße Schokolade nicht ausstehen können.
Was wäre ...?
Was wäre mexikanisches oder thailändisches Essen ohne Koriander? Die beiden Landesküchen verwenden das Grün der Pflanze gerne und häufig. Die indische Küche arbeitet auch mit den ebenfalls sehr schmackhaften Samen. Große Korianderfreunde wohnen auch in Georgien. Die legendäre Küche dort ist für jeden, der sich Feinschmecker nennt, ein absolutes Muss. Schon allein wegen der absolut günstigen und überall verfügbaren Granatapfelvariationen. Aber für mich als "Team Koriander"- Fangirl auch wegen des verwendeten grünen Krautes.
Koriander-Hasser
Der seifige Geruch ist das häufigste Argument gegen die Verwendung von Koriandergrün. Und Wanzen sollen ähnlich riechen wie der Geruch des hier beschriebenen Gewürzes. Wie Wanzen riechen wissen aber hoffentlich im Mitteleuropa dieser Tage nur noch wenige Menschen. Korianderabneigung soll auch genetisch bedingt sein. Und der Vollständigkeit halber möchte ich noch mögliche Kreuzallergien ähnlich zu der, die von Sellerie hervorgerufen wird, erwähnen. Aber da ich keine Ärztin, sondern Genussmensch bin, bin ich in dieser Frage definitiv keine 100% verlässliche Quelle.
Korianderpesto - Frischkäse
Wir hatten Shakshuka gekocht und noch fast einen Bund Koriander übrig. Weil er zu den Kräutern gehört, die meiner Meinung nach nicht gewinnen, wenn man sie einfriert, gab es Korianderpesto.
Dafür zerkleinert man einen Bund Koriandergrün und gibt ihn zusammen mit 2 (oder mehr) Knoblauchzehen, etwa 20 g Pinienkernen, Sonnenblumenöl, etwas Sojasauce und mit ein wenig Parmesan zum Binden in den Mixer. Das Pesto ist perfekt, wenn es sich geschmeidig rühren lässt und nicht zu ölig ist.
Weil gerade Frischkäseaufstriche bei den Genussmenschen total angesagt sind, gab´s gleich noch eine neue Variante: Auf einen Esslöffel Frischkäse kommt ein Teelöffel Korianderpesto. Beides vermengen. Sehr lecker.
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