Dann sollen sie doch Kuchen backen!

Irritiert es Euch auch so wie mich, wenn man Backen für unmännlich hält? Leider hält sich diese Vorstellung in manchen Köpfen immer noch hartnäckig, Aber warum eigentlich soll sich Mann, um im Klischeebild zu bleiben, auf archaisches Braten von Fleischteilen an offenen Feuerstellen beschränken? Ich finde, Männer tun sich damit nur  unrecht. Erstens, weil sie sich damit selbst auf einen Höhlenmenschenstatus reduzieren. Zweitens, weil sie sich einen interessanten Teilbereich der Lebensmittelherstellung selbst verwehren. Und wenn man gerne kocht, ist das keine gute Idee. Denn Backen macht sehr viel Spaß - auch in meiner Lieblings-Disziplin, der Food-Impro. 

Elternzeit-Mohnstriezel

Einer, der das verstanden hat, ist mit meiner Cousine verheiratet und gerade in Elternzeit. Diese nutzte er klug, denn er hatte sehr viel Spaß mit seiner kleinen Tochter und hat außerdem sein Back-Knowhow verfeinert. Eines schönen Tages trafen wir uns nachmittags auf der Terrasse ihres Hauses und bekamen ein aktuelles Statusupdate seines Könnens serviert: Neben anderen Leckereien gab es sehr schmackhaftes Mohn-Hefe-Gebäck. Von anderen Anwesenden nach dem Rezept gefragt, sagte der Gastgeber, er hätte da ein bestehendes abgewandelt. Und da wurde ich hellhörig. 

So geht das Rezept:

Zutaten für den Hefeteig: 500 g Mehl (50 % Typ 405, 50% Dinkelmehl), 1 Würfel frische Hefe, ca. 160 ml lauwarme Milch, 100 g weiche Butter, 2 mittelgroße Eier, 70 g Zucker, ein Päckchen Vanillezucker, 1 Prise Salz, etwas abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone. 

Zubereitung Hefeteig: Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken und die Hefe hineinbröckeln. Mit 50 ml Milch und etwas Mehl vom Rand verrühren. Abgedeckt ca. 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Mit den restlichen Zutaten zu einem  glatten Teig verkneten. Erneut abgedeckt ca. 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. 

Die Füllung: je nachdem, wie gut der Teig aufgegangen ist, 1 oder 2 Packungen Mohnfix mit ca. 100 g Aprikosenkonfitüre verrühren. 

Den ausreichend aufgegangenen Hefeteig auf einer bemehlten Fläche zu einem ca. 40x60 cm großen Fläche ausrollen. Die Mohnmasse darauf streichen und von der langen Seite her aufrollen. Insgesamt in drei Teile schneiden und diese zu einem Zopf verflechten. Den fertigen Zopf nochmal dreißig Minuten gehen lassen. Im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene 30-35 Minuten nicht zu braun backen. Auskühlen lassen und mit einer Puderzuckerglasur (2/3 Puderzucker, 1/3 Wasser) bestreichen. Fertig. 

Kuchenpralinen

Ihr seht, das Thema liegt mir am Herzen. Und deswegen gibt es heute ein Bonusrezept für alle, die auch mal ungeplant beim Backen improvisieren müssen. 

Ich hatte eigentlich vor, Mini-Schokoguglhupf zu machen. Und dann passierte es: Ich holte die fertig gebackenen Winzkuchen aus der Form, aber leider blieb die Hälfte darin kleben. Weil sich die Verwandtschaft zum Kaffee angesagt hatte, musste ich mir etwas einfallen lassen. 

Das Rezept:

300g Kuchenkrümel mit 60g Frischkäse und 60g Butter vermischen. Kleine Kugeln daraus formen und diese erstmal kalt stellen. Ich würde mindestens drei Stunden im Kühlschrank empfehlen. Danach ca. 200g Schokokuvertüre schmelzen und die Krümelkugeln damit überziehen. Wenn gewünscht verzieren (,auf Schaschlikspießchen stecken und sie Cakepops nennen), wieder auskühlen lassen und sie servieren. 

Absolut empfehlenswert, superlecker und wenn man nicht verrät, dass man eigentlich einen Kuchen servieren wollte, der leider misslungen ist, wird man auch noch für einen absoluten Küchen-Crack gehalten. 



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